
„Peter Hasler’s Kitchen” ist keine Kochschule, „PLUS PULS” kein neues Blutdruckmessgerät, „Peter Hasler’s Monk Revival“ kein neuartiger Mönchsorden. Nein: hinter allem steckt Peter Hasler , Schlagzeuger, Schlagzeuglehrer und Ehemaliger der Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT), welche heute Teil der ZHdK ist.
Als Kind beginnt Peter Hasler mit dem Schlagzeugunterricht an der Jugendmusikschule Zürich, spielt als Teenager in verschiedenen Schülerbands und entschliesst sich eines Tages, sein Hobby zum Beruf zu machen. Er bewirbt sich um einen Studienplatz in den USA, sendet ein Demotape ans Berklee College of Music in Boston und wird an die renommierte amerikanische Schule aufgenommen. Dort nimmt er Unterricht in Schlagzeug, Songwriting und Arrangement, übt sich aber auch in Gehörbildung, Theorie und klassischer Orchester-Perkussion.
Zurück in der Schweiz arbeitet er erst als freischaffender Musiker, baut dann aber seine eigene Musikschule, eben „SCHLAGZEUG PLUS PULS“ auf. Er unterrichtet mit eigens verfasstem Unterrichtsmaterial und setzt auch auf so unkonventionelle Mittel wie das Körperkoordinationsprogramm des Hirsekissens nach der Methode von Pierre Favre. Er ist nicht nur Lehrer, sondern auch sein eigener Schulleiter. Dass er einst eine KV-Lehre gemacht hat, kommt ihm bei der Administration sehr zugute. Weil es mit der Anerkennung von Diplomen nicht immer so einfach ist, macht er von 2003 bis 2005 an der HMT ein Nachdiplomstudium in Pädagogik.
Peter Hasler ist also nicht nur netzhdk-Mitglied, sondern auch Berkelee-Alumnus. „Lerne jeden Tag eine neue Person kennen“, war dort das unausgesprochene Motto. Die Campus-Situation von Berklee erleichterte ihm dies sehr. Heute meint Peter Hasler: „Ich bin in den USA eigentlich besser verknüpft als in der Schweiz“. Nicht zuletzt, um dies zu ändern, ist er seit der Gründung der ZHdK-Alumni-Organisation bei netzhdk dabei.
„Ich denke, dass die Alumni-Organisation geeignet ist um Kontakte mit anderen Künstlern aus allen Sparten für anstehende Projekte und Zusammenarbeiten zu knüpfen. Ich schätze es vor allem, wenn netzhdk Anlässe organisiert an denen Ehemalige aus unterschiedlichsten Sparten sich treffen und kennenlernen können. Da ich aber immer unter der Woche am Abend unterrichte, würde ich auch Anlässe am Wochenende, Samstagmorgen oder Sonntagnachmittag, begrüssen.“
Internetplattformen, Alumni-E-Mail-Adressen usw. sind gut und sinnvoll, ersetzen aber den persönlichen Kontakt nicht. Auch Berklee organisiert Mitgliederanlässe, doch ist es für Peter natürlich kaum möglich, diese regelmässig zu besuchen. Mit sienen Studienkollegen aus den USA steht er daher eher über Facebook und Myspace in Kontakt.
Peter Haslers musikalische Tätigkeit ist sehr breit. Heute spielt er von Jazz bis Rock, von Electro bis Pop und Hip Hop. Seine langjährige Jazz-Band heisst „Peter Hasler’s Monk Revial“. Trotzdem kann er von seinen Konzerten nicht leben, und somit geht es ihm wie ganz vielen freischaffenden jungen Schweizer Musikern. Obwohl er mit viel Begeisterung unterrichtet, stört ihn doch, dass gerade das Songwriting viel zu kurz kommt. Denkt er manchmal daran, seine Karriere in den USA weiterzuverfolgen?
„Vielleicht werde ich in den nächsten Sommerferien oder im 2010 für ein paar Wochen an die Westküste (San Francisco, Los Angeles) reisen und die Musikszene vor Ort „realistisch“ auschecken. Falls ich eine gute Überlebensmöglichkeit als Schlagzeuger und Musiker in den USA sehe, erwäge ich, in die USA umzuziehen.“