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Am 2. November 2011 wählen Sie das Master-Projekt, das den mit 10’000 CHF dotierten netzhdk-Förderpreis 2011 gewinnen soll. Die Projektverantwortlichen werden Ihnen am 2.11. ihre Projekte vorstellen und Ihnen Red und Antwort stehen. Sie können sich aber heute schon ein erstes Bild der Projekte machen.
Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt
Projektverantwortlich:
Joline Sarah Pütz (1983), Master of Arts in Art Education (MAE) in Ausstellen und Vermitteln an der ZHdK 2011
Natalie Stocker (1982), Master of Arts in Art Education (MAE) in Ausstellen und Vermitteln an der ZHdK 2011
Weitere Beteiligte:
Katja Schlosser (1984), Master of Arts in Art Education (MAE) in Ausstellen und Vermitteln an der ZHdK 2011
Madlaina Janett (1985), Master of Arts in Art Education (MAE) in Ausstellen und Vermitteln an der ZHdK 2011
Ausschnitt aus dem eingereichten Projektbeschrieb:
“Zürich geht – Eine Stadt in Bewegung” thematisiert die Bewegungen von Gruppen und Massen im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Die Ausstellung ist auf zwölf Stationen in der Zürcher Innenstadt verteilt und somit eine Tour d ́Horizon entlang von zwölf Schauplätzen, an welchen die Zürcherinnen seit dem Mittelalter in Bewegung geraten. Ausstellungsort ist somit der öffentliche Raum der Stadt Zürich.
Einerseits thematisiert die Ausstellung, die aus dem Stadtbild verschwundenen historischen Prozessions- und Umzugsformen und andererseits die gegenwärtigen Formen der Bewegungen im öffentlichen Raum. Der Ausstellungsort von «Zürich geht» ist der öffentliche Raum der Stadt Zürich. Die kuratierte Route führt entlang von 12 Stationen durch die Zürcher Innenstadt und kann von den Besuche/innen zu Fuss, per Velo oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln begangen bzw. erfahren werden.
Die Ausstellungsstationen befinden sich an öffentlichen Orten und Plätzen, die eine wichtige Rolle bei Zürcher Paraden, Prozessionen und Umzügen spielten und spielen. So wird die Stadt selbst, ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart zum erlebbaren Exponat. Die Besucher/innen wandeln entlang der etwa 5 km langen Route auf den Spuren eines bewegten Zürichs (zu Fuss etwa 2 – 3 Stunden).
Exponate und Szenografie verschmelzen im Fall von «Zürich geht», da wir die Stadt und die bespielten Orte im öffentlichen Raum als Hauptexponat verstehen.
Die Ausstellung selbst wird im Stadtraum durch kleine aber feine szenografische Eingriffe sichtbar. Die Grundlage dieser Eingriffe ist ein einfaches Leitsystem, dem eher intuitiv als bewusst gefolgt werden kann. Seine Basis ist die Farbe, die an den Stationen der Ausstellung als Markierungs-, Betonungs- und Informationselement, sowie auf dem Weg zwischen den Stationen als «Wegweiser» dient. So ist beispielsweise an einer Strasse zwischen zwei Stationen jeder fünfte Laternenpfahl in der Ausstellungsfarbe gestrichen, einzelne Pflastersteine sind eingefärbt oder eine Fahne präsentiert sich in der Ausstellungsfarbe. In der Ausstellung dient in erster Linie die schon vorhandene Stadtmöblierung als Farb-, Objekt-, oder Informationsträger. In Einzelfällen werden zusätzliche Elemente zur «Möblierung» hinzugefügt. Elemente, die «schon immer hätten da sein können».
Ein verbindendes Element, das an jeder Station wiederzufinden ist, ist die Litfasssäule – welche speziell für die Ausstellung angefertigt und installiert wird. Die Säule dient als Orientierungspunkt und Träger für Texte, Bilder und Informationen.
An den Ausstellungsorten wird der Blick der Besucher/innen immer wieder auf spielerische Weise auf ein Detail, einen Strassenzug oder ein Gebäude gelenkt. Der Moment des Suchens und Abtastens des Umraumes mit den Augen, spielt in der Blickführung und in der Vermittlung der Inhalte eine wichtige Rolle.
Fotografieprojekt
Projektverantwortlich:
Kai Ziegner (1975), Master of Arts in Fine Arts ZHdK 2011
Weitere Beteiligte:
Ursula Wolek (1974)
Ausschnitt aus dem eingereichten Projektbeschrieb:
Wir halten für unser Projekt Momente in Fotografien fest, die charakteristisch sind für den Alltag in einer Metropole, so kurz, so intim und so klar, dass sie, übertragen in ein Bild, über das heutige Leben in der Grossstadt erzählen. Uns interessieren Szenen, die absurd, gefährlich oder flüchtig sind und mit den üblichen fotografischen Strategien schlicht nicht aufzuzeichnen sind. Der von den Spuren der Krise heimgesuchte öffentliche urbane Raum ist der Stoff unserer Arbeit.
Deshalb beobachten und sammeln wir solche Szenen bei unseren Streifzügen durch die Stadt und archivieren sie in kurzen Texten. Anhand dieser Schriftprotokolle rekonstruieren wir die gefundenen Momente entweder am Originalort oder einem Ersatzort, der uns für die Inszenierung der Szene tauglich erscheint. Mit Laien, die wir auf der Strasse ansprechen oder mit anderen Akteuren, reinszenieren wir unsere Erinnerungen für die Grossformatkamera.
Unsere Methodik ist die der Kinematografie. Nur stellen wir nur einzelne, stehende Bilder her, die an der Wand gezeigt werden. Die Entscheidung für die Arbeit auf Negativfilm mit der Grossformatkamera und für eine Bildergenese, die dem Film näher liegt als der Fotografie, kommt daher, dass sich die Szenen, die wir suchen, zumeist nicht fotografieren lassen. Ausserdem geht es uns um eine Bildästhetik, die sich durch grosse Detailtreue und Feinheit in der Wiedergabe von Texturen, Farben und Formen auszeichnet. Unsere Fotografien soll der Betrachter in erster Linie als Bilder lesen. Mit der Kleinbildkamera hergestellte fotojournalistische Schnappschüsse, die Ereignisse nur eins zu eins dokumentieren, sind nicht das Ziel unseres Vorhabens. Wir bewegen uns mit unserem Projekt bewusst zwischen Dokumentation und Fiktion, um die Grenzen zwischen den Genres verwischen zu können. Wir verschmelzen dazu unsere beiden unterschiedlichen Bildsprachen, die durch intime Nähe und räsonierende Distanz gekennzeichnet sind, zu einer neuen, hybriden Bildstrategie.
Wir entscheiden uns für unser gemeinsames Projekt bewusst gegen die Individualität nur einer Künstlerfigur und setzen auf der Synergie gemeinsamer Arbeit. Wir schaffen uns so einen Raum für gemeinsame Diskussion und kooperative Aushandlungs-und Gestaltungsprozesse, die sich direkt auf die Entstehung unserer Bilder auswirken.
Wir verzichten für unser Projekt bewusst auf das eindeutig identifizierbare, auktoriale Ich des Fotografen.
In unseren Bildformulierungen geht es sowohl um die Potentiale des städtischen Raums als auch um die individuellen Motivationen und Lebensmodelle, der Menschen, die die amorphen Zwischenräume der Stadt bewohnen. Wir untersuchen mit visuellen Methoden, das Konfliktpotential des urbanen Raums.
Welche Antworten geben die Stadtbewohner auf die Verhältnisse, in denen Sie leben? Welche Strategien verfolgen sie, um mit den Umständen klarzukommen?
Unser Thema ist die conditio humana vor dem Hintergrund implodierender sozialer und ökonomischer Strukturen.
Wir haben vor, einen Zyklus von zunächst sieben bis neun grossformatigen Bildern herzustellen, der aus miteinander thematisch verbundenen Motiven besteht . Da wir mit unserer Arbeit nicht an einen spezifischen Ort gebunden sind, möchten wir unser Projekt in verschiedenen Grossstädten fortsetzen. Wir entscheiden bei der Herstellung der Bilder je nach Gegenstand, ob wir das Bild unmanipuliert belassen oder ob wir mit Mitteln der Montage und digitalen Manipulation zusätzlich in die Gestaltung des Bildes eingreifen. Im Kern geht es und jedoch immer um die Formulierung des Essenz eines Augenblicks.
Performance-Projekt
Projektverantwortlich:
Ricardo Eizirik (1985), zurzeit Student im Master Transdisziplinarität und Master Komposition und Theorie ZHdK
Weitere Beteiligte:
Swami Silva (1984)
Ausschnitt aus dem eingereichten Projektbeschrieb:
„Nur … verbindet uns“ führt Studien von uns fort, die wir im Juni 2011 angefangen haben und die in einer einstündigen experimentellen Videoperformance resultierten. Mit der Fortführung möchten wir eine künstlerische Untersuchung zu zwei Aspekten menschlicher sozialer Beziehungen durchführen. Der erste Aspekt ist ein Rollenaustauschspiel als Mittel im Prozess, um mit anderen sozialen Gruppen in Kontakt zu kommen. Bei zweiten Aspekt geht es darum, wie wir versuchen, uns in andere soziale Gruppen einzupassen, welche Strategien wir entwickeln. Da wir beide Ausländer, Brasilianer, sind die seit September 2010 in der Schweiz leben, wollen wir unsere eigene Situation verwenden um einen künstlerischen Dialog zu den obengenannten Aspekten zu entwickeln.
Wir wollen „Wie können wir uns verbinden“ in den fünf Schweizer Grenzstädten Basel, Genf, Lugano, St. Margrethen und Buchs SG aufführen. „Wie können wir uns verbinden“ ist eine nachmittägliche Interaktion mit Passanten in den genannten Städten. Der Künstler geht umher mit einem Schild, auf welchem zu lesen ist „Ich tausche Süssigkeiten gegen Ratschlag“. Er hat zudem einen Sack mit typischen Brasilianischen Süssigkeiten dabei. Passanten bekommen eine Süssigkeit, wenn sie ins Aufnahmegerät die Frage „Wie können wir uns verbinden“ beantworten. Wir filmen und fotografieren diese Aktion. Danach möchten wir eine Interaktive Katalog-Box zusammenstellen, die aus einem dreisprachigen Dokumentations-Büchlein und einer CD besteht. Ein Text im Büchlein soll unsere Erfahrungen in den fünf Städten reflektieren. 10 ganzseitige Aufnahmen sollen subjektive Aspekte und die allgemeine Stimmung während der Performance zeigen. 6 herausnehmbare Postkarten zeigen Bilder der Street-Action. Zudem ist angegeben, welche Tracks der CD zu welchen Teilen des Büchleins gehören. Wir planen weiter auf Grundlage dieses Materials eine Webplattform, welche den Austausch und die Verbreitung dieser visuell-literarisch-akustischen Produktion fördern und die beteiligten Personen verbinden soll.
Mittwoch, 2. November 2011, 19.30 Uhr
ZHdK, Vortragssaal, Ausstellungsstrasse 60, Zürich
Wichtig: nur mit Ihrem netzhdk-Mitgliederausweis sind Sie stimmberechtig.
Anschliessend an die Preisverleihung laden wir Sie herzlich zum Apéro ein.
Anmeldung bis Montag, 31.10.2011 an:
alumni@netzhdk.ch oder Tel. 043 446 50 40