Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Alexander Boldachev
MA Musik Klassik
boldachev
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Zurzeit bereite ich ganz verschiedene Projekte vor: eine CD-Aufnahme mit Musik von Chopin, ein Programm für Harfe und Streichorchester mit Film/Rock/Classical Musik, ein Album für Elektro-Harfe mit Schlagzeuger, Solo Harfe im Ballet “Nureev” in Bolshoi Theatre und wie immer, ein neues Programme für die nächste Tournee.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Attraktivität, Verständlichkeit, Professionalität sind die wichtigsten Punkte.
Ein Projekt muss eine ganz klare Idee haben, egal ob es Avantgarde oder Barock ist. Die Leute müssen genau verstehen, um was es geht.
Und nicht zuletzt - professionelle Fähigkeiten von allen Teilnehmern der Show. Musik, Bühne, Aufnahme und die ganze Veranstaltungsorganisation - alles muss professionell sein.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Künstler

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Vom Mittagsforum. )) Nein, echt: das war vielfältig und interessant. Eigentlich ist alles wichtig. Ich nutzte alle Kenntnisse, die ich in der ZHdK gewonnen habe: Alte-Musik, Neue-Musik, Improvisation, Komposition, Dirigieren, Orchester, Kammermusik, Pädagogik, Alexander Technik, Computer Music und Musik Management… Nichts ist verloren.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Transdisziplinarität. Leider habe ich das an der ZHdK nicht gelernt. Aber jetzt sind meine Projekte meistens im Crossover Stil: Depeche Mode und Radiohead mit Opera Singers, Arvo Pärt mit Choreographie, E-Harfe am Burning Man Festival etc.
Transdisziplinarität hat in der zukünftigen Musikentwicklung einen grossen Stellenwert.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Taylor Swift als Sängerin, Andrey Arshavin als Fußballspieler, Joaquin Cortes als Tänzer, Valery Gergiev als Dirigent und Musikmanager, Teodor Currentzis als moderner Dirigent, Zakhar Bron als Pädagoge… Wichtig ist: nicht einem Idol nachzueifern, sondern von dessen Fähigkeiten und Perspektiven zu profitieren.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Jetzt mache ich viel zu viel. Ich möchte mich gerne auf ein paar wichtige Projekte beschränken, um so mehr Zeit für Kreation zu haben. Wichtig ist für mich auch, Energie zu sammeln. Das Publikum kommt nicht nur für Musik, Choreographie oder irgendwelchen Inhalt - das ist nur die Oberfläche. Das Publikum ist energiehungrig. Deshalb üben wir so lange und arbeiten so fleissig, damit wir an jedem Konzert diese Energie mit den Zuhörern und Zuschauern teilen können.