Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

Prev_hover Next_hover X_hover
Cédric Eisenring
BA Medien & Kunst
eisenring
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Zur Zeit arbeite ich an verschiedenen Werkserien, welche ich in New York während meines aktuellen Atelierstipendiums weiterentwickelt oder vor Ort neu realisiert habe.
Ich würde sie nicht als Projekt bezeichnen, sondern als Teil meiner künstlerischen Entwicklung, welche sich während und nach dem Studium immer stärker an gewissen Inhalten orientiert und hoffentlich präzisiert hat.
Mich interessiert vor allem die Beschäftigung mit Narration auf experimenteller und abstrakter Ebene auf der Schwelle von Fiction – Non-Fiction und zwischen verschiedensten Genres. Häufig beziehe ich dieses Interesse auf einen spezifischen Ort, d.h. Ortsspezifizität interessiert mich in meiner Ausstellungspraxis und in der Entwicklung von Arbeiten – z.B. greife ich historische oder aktuelle Ereignisse vor Ort auf, die ich anschliessend in meine Arbeit verweben kann. In New York arbeite ich an einem, in New York fotografierten Comic, welcher nächstes Jahr erscheinen soll. Dazu entstehen verschiedene Arbeiten mit Schachteln, welche versuchen, die New Yorker Tradition von Schachteln-Arbeiten (Fluxus) auf morbide Art und Weise zu aktualisieren.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Da ich mich lieber neben den Disziplinen aufhalte, beschäftigt mich mehr die Frage, ob durch die Arbeiten etwas passiert oder eben nichts. Hat das Werk einen Effekt, unmittelbar, retrospektiv, oder beides? Und in welche Richtung führt dieser? Je nachdem, ob das absichtsvoll passiert oder nicht, gibt es eine Dimension, in der das Werk selbst etwas produziert. Generell finde ich wichtig, dass man sich seiner künstlerischen Position und deren Eigenheiten bewusst ist.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Künstler.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Vor allem von gewissen Freundschaften die ich in meiner Studienzeit geknüpft habe. Über diese habe ich vieles über zeitgenössische Kunst gelernt.
Wichtige Lektion war auch die Möglichkeit des persönlichen, teilweise angstfreien und unverblümten Umgangs im Kontakt mit neuen Techniken und Medien – eine wichtige Erfahrung, wenn es darum geht, autonom zu bleiben.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Unbeirrbarkeit und Selbstironie sind nach dem Studium ziemlich unabdingbar.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Schriftsteller interessieren mich am meisten – über alle literarischen Genres hinweg. Vor allem die, welche sich Kategorisierungsversuchen entziehen. Wer das ist, ändert sich andauernd und damit auch die Persönlichkeiten bzw. die Namen.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Ich würde gerne vermehrt mit Text arbeiten und Sprache in meiner Arbeit expliziter sichtbar machen.