Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Matteo Pagamici
MA Musik Komposition
pagamici
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Momentan beschäftigen mich hauptsächlich zwei grössere Projekte:

Einerseits erarbeite ich das Musikkonzept für einen Spielfilm. Da noch kein Videomaterial gedreht wurde, komponiere ich vorerst nur mit dem Drehbuch als Grundlage. Die Musikästhetik soll dunkel, aber auch sehr zerbrechlich und feinfühlig sein. Dafür nehme ich Instrumente auf, die in der tiefst möglichen Dynamikstufe gespielt sind. Dies eröffnet den Zugang zur faszinierenden Klangwelt des „fast Unhörbaren“, mit der sich sehr viel experimentieren und ausprobieren lässt.

Das zweite Projekt ist der Soundtrack für ein Game, bei dem der Spieler in verschiedene mystische und abstrakte Welten eintaucht. Auch hier befinde ich mich in der Anfangsphase und bin auf der Suche nach dem passenden Klangkonzept. Die spannendste Herausforderung ist die notwendige Interaktivität der Musik, welche sofort auf das Handeln des Spielers reagieren muss.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Qualität bedeutet für mich immer auch Originalität. Eine Komposition, egal für welches Medium, soll eine starke Eigenidentität besitzen. Da es meistens um Storytelling geht, soll die Vertonung die Geschichte nicht nur untermalen, sondern auch miterzählen. Dazu gehört eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Ausgangsmaterial und Reflexion über die Rolle der Musik im Gesamtkontext des Werks.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Musiker

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Nie zu vergessen, dass ich für ein Medium komponiere und die Musik nur ein Teil davon ist. Die richtige Frage ist immer „wovon profitiert das Projekt am meisten?“ statt „was klingt am besten?“ oder „was gefällt mir am besten?“. Dazu gehört auch, den Mut zu haben, ganze Stücke zu streichen, falls gewisse Stellen ohne Musik besser funktionieren – kill your darlings.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Ich lerne jeden Tag etwas dazu und versuche mich als Person und Musiker ständig weiterzuentwickeln. Insofern ging für mich der stetige Prozess des Lernens und die Auseinandersetzung mit der Materie nach dem Studienabschluss ohne Unterbruch weiter. In den letzten 12 Monaten habe ich mich allerdings viel mehr mit Themen wie Selbstvermarktung, Projektmanagement und Musikrecht beschäftigt. Auch habe ich eine gesunde Balance zwischen kreativem und wirtschaftlichem Arbeiten gefunden.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Spontan fallen mir der Regisseur Paul Thomas Anderson, die Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig und der Choreograf Edward Clug ein.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Weiterhin den Weg verfolgen, den ich eingeschlagen habe und meine Fähigkeiten im Bereich der Medienkomposition vertiefen und erweitern.