Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Patrick Gusset
MA Transdisziplinarität
gusset
An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Rehearsing Afrofuturism (AT). Abstract: Gegenwärtige Repräsentationen des postkolonialen Diskurses werden mittels Strategien der Aneignung beleuchtet, verhandelt und verschoben, um das innerhalb des Projektes angestrebte Post-Postkoloniale nicht nur im Modus des Denkens, sondern auch in einer Praxis zu erfahren. Der Eurozentrismus wird zum Afropositivismus, die Welt wird nicht schwarz, sie wird kritisch utopisch. Wiederholung und Performativität als konstitutive Faktoren theatraler Praxis sowie postkolonialer Repräsentationen werden übereinandergelegt und durch die Verfahren Re-Enactment und Pre-Enactment produktiv gemacht, um mit Performenden aus Europa und Subsahara-Afrika mittels Aneignungsverfahren spekulative Narrative, mögliche Zukunftsmodelle, zu entwickeln. Das Publikum schaut diesem Erproben zu, indem die Probe im Sinne des angestrebten Formates zur Aufführung wird. Rehearsing Afrofuturism (AT) sucht nicht die Reduktion einer Inszenierung, sondern die Komplexität des Erprobens.

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Durchbrechen von theaterpraktischen Normativen.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Theaterschaffender, Assistent, Doktorand.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Die Lektion, gab es so nicht. Es gab mehrere, die für mich sehr impulsgebend waren. Aus einer transdisziplinären Perspektive geantwortet, war es genau das, wovon ich heute noch zerre, der Blick auf etwas aus und in unterschiedlichen Perspektiven und Kontexten.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Im Feld Künstlerische Forschung.

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

Hans-Jörg Rheinberger.

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Die sich abzeichnenden Wechselwirkungen zwischen Forschung, Lehre und künstlerischer Praxis möchte ich weiterentwickeln. In allen drei Bereichen darf und soll es vorangehen. Insbesondere mit dem Forschung und künstlerische Praxis verbindenden Projekt Rehearsing Afrofuturism (AT) möchte ich wie konzipiert in Europa und Afrika weiter arbeiten.