Prix_netzhdk_titel

netzhdk vergibt jedes Jahr an einen Bachelor- oder Master-Alumni der ZHdK einen mit 10'000.– Franken dotierten Förderpreis.

Ausgezeichnet wird eine Person oder eine Gruppierung, deren Schaffen durch besondere Eigenständigkeit, Innovationskraft und fachliche Qualität auffällt. Die Nominationen erfolgen jeweils durch die Studiengangs- und Vertiefungsleitungen der ZHdK.

Wir haben allen Nominierten sieben Fragen zu ihrem Schaffen, ihrer Studienzeit und ihren Zukunftsplänen gestellt. Die Antworten können hier gelesen werden.

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Dominic Oppliger
MA Transdisziplinarität
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An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Wie immer Patchwork aus verschiedenen Projekten und Kollaborationen:

1) ich schreibe an einem Mundarttext, der wahrscheinlich mein zweites Buch werden wird. Sein Erzähler sitzt auf der Rückbank des Vans einer Schweizer Rockband auf USA-Tour. Eine traumwandlerische Dystopie, die die Grenzen verschriftlichter Mundart weiter erkunden will. Gleichzeitig arbeite ich an der Entwicklung eines passenden Lesungsformats, welches inhaltlich mit dem Text korrespondiert bzw. Sinn macht.

2) mehrere kleine Schreibaufträge, u.a. für das Projekt "Refresh Keller"

3) musikalische Kollaboration mit dem Perkussionisten Vincent Glanzmann

4) Zusammenarbeit mit dem Fimemacher Tobias Nölle für einen Doku-Fiction-Langfilm

5) Zusammenarbeit mit dem Künstler Semi Eschmamp/Samuel Eschmann an der deutschen Übersetzung meines ersten Buchs

Was heisst für dich „Qualität“ in deiner Disziplin?

Wenn ein Werk in mir Emotionen zu wecken vermag und ich folgende Parameter spüre: Rhythmus, Humor, kompromisslose Entscheidungen; kurz (und das gilt eigentlich für alle Disziplinen/Sparten): wenn es mich fasziniert.

Was schreibst du, wenn du beim Arzt oder im Flugzeug ein Formular ausfüllen musst, unter „Beruf“?

Auf meinem Selbstständigkeitsausweis steht "Auto & Performer" (sic!). Find ich ziemlich gut.

Von welcher in deinem Studium gelernten Lektion zehrst du bis heute?

Stunden, Tage, Wochen, an denen nichts ins Laufen zu kommen scheint, sind zentraler Bestandteil künstlerischer Arbeit.
Daraus gefolgert: Nein-sagen, abwarten, scheitern, Zeit verstreichen lassen, verzichten, schweigen, zuhören, weitermachen, schonungslos kürzen, masslos lesen, mich auf mein erstes und zweites und drittes und viertes und fünftes und siebenunddreissigstes Gefühl verlassen, und immer wieder ohne Berührungsängste auf Menschen zugehen, die mich interessieren.

In welchem Bereich hast du seit deinem Studienabschluss am meisten dazugelernt?

Im Persönlichen: Ich darf, ja muss, mich und meine Arbeit ernstnehmen!

Welche Persönlichkeit einer anderen Disziplin fasziniert dich?

PJ Harvey

In welche Richtung möchtest du dich in Zukunft vermehrt entwickeln?

Alles, was mit Schreiben und Geschichtenerzählen zu tun hat.